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Kongregation der Ritaschwestern  > Ritaschwester werden

Generaloberin Schwester Rita-Maria Käß

 

"Wage den Aufbruch, den dein Leben braucht" (Adolf Exeler)

Im Rückblick kann ich sagen, dass ich mit der Entscheidung für das Ordensleben und den Eintritt in die Gemeinschaft der Ritaschwestern wirklich den entscheidendsten Aufbruch meines Lebens gewagt habe. Ich habe jahrelang gesucht und gezögert bis schließlich in mir die Gewissheit reifte: "Es ist der Ruf Gottes an mich. Er lädt mich ein, mein Leben ganz Ihm zur Verfügung zu stellen."

Ich bin 1954 geboren und stamme aus Gumpen in der Oberpfalz in der Diözese Regensburg. Im Alter von 25 Jahren war ich mit Leib und Seele als Kinderkrankenschwester auf der Frühgeborenen-Intensivstation tätig. Mit dem Gedanken, ob ein Leben im Kloster für mich wohl das Richtige ist, hatte ich mich zwar schon Jahre vorher beschäftigt. Ich wollte aber erst die Ausbildung zur Kinderkrankenschwester fertig machen. Und danach war der berufliche "Aufstieg" und das schöne Gefühl da, mit dem eigenen selbstverdienten Geld auf eigenen Füßen zu stehen. Ich konnte damit zum Beispiel meine Wohnung selbst einrichten oder mir ein Auto kaufen. Ich genoss dieses selbständige Leben im wahrsten Sinne des Wortes.


Eigentlich dachte ich zu diesem Zeitpunkt, dass sich der Gedanke an das Klosterleben für mich erledigt hatte. Ich hatte alles was ich wollte: einen guten Beruf, einen großen und netten Freundeskreis, zeitweise auch einen festen Freund. Trotzdem wurde ich zunehmend unzufriedener und unruhig. Meine ungelöste Frage nach einem Leben im Kloster machte sich wieder in meinen Gedanken breit. Die Frage erschreckte mich sehr, ich wollte nicht auf sie hören. Aber sie bedrängte mich.

Zu dieser Zeit war bereits eine Freundin von mir bei den Ritaschwestern eingetreten. Ich nahm mit ihr Kontakt auf, um meine Gedanken ordnen und über sie urteilen zu können. Meine Freundin lud mich zu sich ein. In meinem Herzen spielte sich ein Kampf ab. Ich wollte nicht alles aufgeben und mich in die Ungesichertheit eines Ordenslebens begeben. Mir gefiel mein Beruf, mein Arbeitsplatz, meine Wohnung, mein Auto, mein Geld. Ich hatte große Bedenken um meine geliebte Selbständigkeit. Wie würde es damit wohl werden?

Ich hatte auch den Eindruck, das Klosterleben ist zu schwer für mich. Ich dachte: "Nein, Gott, das kannst du nicht von mir wollen!" Es dauerte lange, bis ich in meinem Herzen zur Überzeugung kam, dass es doch der Anruf Gottes an mich war. Ich spürte: "Gott will mein Leben ganz in einer geistlichen Gemeinschaft". Ich traf also in meinem Herzen die Entscheidung zum Ordensleben. Dabei war mir die Unterstützung durch einen geistlichen Begleiter eine große Hilfe.

Danach hatte ich Bedenken, wie wohl meine Eltern, Arbeitskollegen und Freunde reagieren würden. Als ich ihnen davon erzählte, spürte ich überall eine tiefe Ratlosigkeit. Warum machst du das? Du bist doch eine selbständige engagierte Frau! Diese Reaktionen waren nicht unbedingt hilfreich. Aber ich wusste: "Wenn du überzeugt bist, dass dies dein Weg ist, dann musst du ihn gehen."

Trotz aller Widerstände von außen bin schließlich im September 1980 in die Gemeinschaft der Ritaschwestern eingetreten und habe das Ordensleben gewagt. Meine Motivation war es, dass ich ganz für Gott leben und gemeinsam mit Anderen für die Mitmenschen da sein wollte.

Heute kann ich sagen, dass ich in das geschwisterliche Leben immer tiefer hineinwachse. Die Gemeinschaft gab und gibt mir unterschiedliche Möglichkeiten, meine Fähigkeiten einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Durch das tägliche gemeinsame Gebet, das gemeinsame Unterwegssein im Glauben und im Dienst an den Familien weiß ich mich auf dem richtigen Weg.


Schwester Rita-Maria Käß, seit 2006 Generaloberin der Kongregation

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