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Am Mittwoch, 11. August 2021, ist Ritaschwester Daniela Lenz mit 78 Jahren gestorben. Generaloberin Schw. Rita-Maria Käß erinnert an sie und ihr Leben:

 Am 11. August 2021 hat sich das Tor zum ewigen Leben für unsere liebe Schwester M. Daniela Lenz OSA nach einem reichen Leben und mit Geduld ertragenen Leidensweg, geöffnet.

Schw. Daniela wurde am 29. April 1943 mit ihrer Zwillingsschwester Waltraud in Schraudenbach (Landkreis Schweinfurt) geboren und auf den Namen Hedwig getauft. Sie war das siebte von acht Geschwistern mit denen sie - wie auch mit ihren Nichten und Neffen - immer in gutem Kontakt war.

Von 1949 bis 1957 besuchte sie die Volksschule in Schraudenbach und lernte in ihrem Heimatort die Ritaschwestern kennen. Danach ging sie von 1957 bis 1960 in Würzburg in die Mittelschule bei den Ursulinen und war in dieser Zeit in der Klosterschule bei den Ritaschwestern. Ihrer Berufung folgend entschloss sie sich, in die Gemeinschaft einzutreten und wurde am 30.9.1960, zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Waltraud, Schw. Jutta, in die Kandidatur aufgenommen.

Im April 1961 begann sie die Ausbildung zur Krankenschwester an der Uniklinik Würzburg und schloss diese 1963 mit dem staatl. Examen sehr gut ab. Das praktische Jahr arbeitete sie in der Chirurgischen Abteilung der Uniklinik im Operationssaal. Damit wurde sie auf ihre spätere Aufgabe als OP Schwester gut vorbereitet.

1964 begann sie das Noviziat und legte am 11. Oktober 1966 ihre ersten Gelübde ab. Am 1.Oktober 1972 band sie sich mit der Profess auf Lebenszeit für immer an unsere Gemeinschaft.

Nach ihrer Ordensausbildung war Schw. Daniela von 1966 bis 1981, und nochmals von 1990 bis 1994 als Operationsschwester in den Frauenkliniken Dr. Köster und Marthahaus tätig. Diesen Dienst tat sie mit großer Fachkenntnis, mit Geschick und mit Begeisterung. Danach wechselte sie in die ambulante Krankenpflege. Dazu bildete sie sich 1980 auf dem Arenberg zur Fachschwester für Gemeindekrankenpflege weiter. Sie leitete von 1981 bis 1988 die Caritas-Sozialstation in Höchberg.

Um in unserer Familienpflegeschule das Fach Krankenpflege unterrichten zu können, erwarb sie 1988 die Qualifikation dafür durch die zweijährige Weiterbildung zur Unterrichtsschwester in der Katholischen Akademie für Krankenpflege in Regensburg. Sehr erfolgreich hat sie die angehenden Familienpflegerinnen auf ihren Einsatz in den Familien vorbereitet. Bis 1994 war sie Lehrkraft an unserer Schule. Sie hatte eine gute Beziehung zu den Schülerinnen und großes Geschick, den Unterricht interessant zu gestalten.

1994 wechselte Schw. Daniela nach Lüdenscheid in die dortige Sozialstation. Ein Jahr später übernahm sie, auf Anfrage des Caritasverbandes Lüdenscheid, die Leitung des Caritasaltenheimes St. Elisabeth. Dafür drückte sie nochmals die Schulbank und machte von 1996 bis 1999 die berufsbegleitende Weiterbildung für Pflegedienstleitung und Leiterinnen in Einrichtungen der Altenhilfe.

Mit großem Einsatz arbeitete sie sich in diese Aufgabe ein. Im Mittelpunkt standen die BewohnerInnen. Ihnen wollte sie eine gute Pflege und Betreuung zukommen lassen. Schw. Daniela baute den Sozialen Dienst aus. Das brachte Freude und Abwechslung ins Haus. Ihr Anliegen war auch die Fortbildung und Qualifizierung der MitarbeiterInnen. Dass die Kapelle des Hauses als ein würdiger, ansprechender Raum gestaltet wurde, war ihr ein Herzensanliegen. Für diese Neugestaltung konnte sie durch Spenden verwirklichen.

Leider musste sie früher als gedacht, wegen gesundheitlicher Probleme und mehreren schweren Operationen an der Wirbelsäule, den Dienst im Haus St. Elisabeth 2002 beenden. Es folgten lange Klinikaufenthalte und Reha-Maßnahmen.

Beeinträchtigt von ihrer Erkrankung kam sie 2005 ins Mutterhaus. Das war eine schwere Umstellung nach ihrem aktiven und gefüllten Leben. Es war ein Einbruch, der sie auch in ihrer Persönlichkeit veränderte. Es ging ihre Lebensfreude und etwas von ihrer unbeschwerten Einsatzbereitschaft verloren. Auch ihre musikalischen und kreativen Begabungen konnte sie nicht mehr einbringen.

Kleine, sitzende Aufgaben konnte sie übernehmen, für die wir sehr dankbar waren. Sie betreute den Versand im Ritawerk und machte Dienste an der Pforte. Sie strickte Socken und konnte vielen damit Freude machen.

Im Juni 2015 musste sie in den Pflegebereich umziehen, da sich immer mehr körperliche Beschwerden und Ende 2015 zusätzlich eine Leukämie Erkrankung einstellte. Schw. Daniela ging diesen Leidensweg geduldig, vertrauend und selbst bestimmt. Auch wenn die körperlichen Beschwerden sie zunehmend einschränkten, nahm Schw. Daniela, wenn sie irgendwie konnte, am Treffen ihrer Konventsgruppe Fiat teil.

Schw. Marie Therese und Schw. Hildegard danke ich, dass sie Schw. Daniela treu begleitet haben und ihr ihre Hilfe schenkte. Auch dem Pflegepersonal in Haus Hannah danke ich für die gute Betreuung und Pflege. Schw. Daniela, die ihr Leben hingegeben hat für die Pflege, Betreuung und Weiterbildung von Menschen, die selbst in die Leidensschule genommen wurde und auf Hilfe angewiesen war, darf nun von ihrem Lebenswerk ausruhen.

Sie hat ihr Erinnerungsbild selbst vorbereitet und schreibt: Heute vollendet sich, was in meiner Taufe begann: Erlöst durch Gnade, berufen zur Freude, zum ewigen Leben in Christus.
Wir wissen sie durch Jesus Christus erlöst und im Herzen unseres barmherzigen Vaters im Himmel geborgen.

Am Montag, 16. August 2021, geleiten wir unsere Schw. Daniela auf dem Würzburger Hauptfriedhof zu Grabe. Das Requiem feiern wir im Kreis der Schwestern und Angehörigen.

Würzburg, den 12. August 2021
Für die Kongregation der Ritaschwestern
Schwester Rita-Maria Käß OSA, Generaloberin

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