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Am Abend des 27. Januar 2021 hat Gott unsere liebe Schwester M. Agatha Mai OSA unerwartet in seine ewige Gemeinschaft gerufen.

Schw. Agatha wurde am 11. Juli 1931 in Mannheim als Älteste von drei Mädchen geboren und auf den Namen Auguste getauft. Eine Schwester starb im Kindesalter. Mit ihrer Schwester Anita und deren Mann pflegte sie immer guten Kontakt.

Von 1938 bis 1943 besuchte sie die Volksschule in Mannheim. Durch die Evakuierung in der Kriegszeit kam sie nach Langenelz und setzte dort die Schule fort bis 1946. Im Oktober des gleichen Jahres besuchte sie die ländliche Berufsschule. Nebenher machte sie viel Strickarbeit und ging in die Nähschule. Da sie keine Lehrstelle fand, suchte sie eine Arbeit im Haushalt.

Sie arbeitete im Pfarrhaushalt in Buchen/Odenwald bis sie am 2.10.1950 in unsere Gemeinschaft eintrat. Am 27.10.1953 legte sie ihre ersten Gelübde ab und band sich am 13.10.1956 mit der Profess auf Lebenszeit für immer an unsere Gemeinschaft.

1953 bis 1955 wurde sie in Säuglings- und Kinderkrankenpflege an der Mönchbergklinik ausgebildet. Zunächst war sie in der ambulanten Krankenpflege in St. Elisabeth, Zellerau, im Krankenhaus Giebelstadt, und in Hl. Kreuz, Zellerau, eingesetzt. Von 1959 bis 1961 und von 1963 bis 1966 leitete sie das Kleinkinderheim St. Rita am Mutterhaus.

Schw. Agatha ließ sich zur Leitung von Kursen für häusliche Krankenpflege ausbilden und hielt viele Jahre diese Kurse für pflegende Angehörige in verschiedenen Pfarreien und Institutionen. An unserer Familienpflegeschule unterrichtete sie 21 Jahre, von 1968-1989, das Fach Säuglings- und Kinderpflege.

Von 1972 bis 1973 drückte sie selbst nochmals die Schulbank und ließ sich zur Fachschwester für Gemeindekrankenpflege in Arenberg bei Koblenz ausbilden. Das war für Schw. Agatha die Vorbereitung für ihr neues Arbeitsfeld, Sozialstationen zu leiten. Am 29.9.1973 wurde am Mutterhaus die erste Sozialstation Bayerns als Pilotprojekt errichtet und Schw. Agatha wurde mit der Leitung und dem Aufbau betraut. Bis 1988 hat sie die Sozialstation St. Rita geleitet, aufgebaut und weiterentwickelt. Sie stand immer in enger Verbindung mit dem Vorstand, besonders mit Herrn Vogt.

In diesen Jahren der Aufbauarbeit der häuslichen Krankenpflege brauchte es ein ständiges Lernen und Weiterentwickeln, in der Geschäftsführung, in der Personalführung und bei den Pflegestandards. Schw. Agatha konnte organisieren und musste immer wieder neue Gesetzesvorgaben in die Praxis übertragen und umsetzen.

Neben allen Leitungsaufgaben war ihr stets der Kontakt zu den Patienten und deren Familien wichtig. So konnte sie oft die Mitarbeiterinnen entlasten und selbst pflegerisch tätig sein. Nach 15 Jahren Sozialstation St. Rita übernahm sie 1988 die Leitung der Sozialstation St. Totnan in Niederwerrn und wirkte dort 12 Jahre lang.

Schw. Agatha war kontaktfreudig und kannte viele Menschen. Sie konnte freundlich lachen, hatte immer wieder ein gutes Wort und einen hilfreichen Rat, war aber auch eindeutig und streng.

Für ihr langjähriges Dasein im Dienst an den Menschen, auch im Sinne unserer Gründungsaufgabe, wurde Schw. Agatha beim Abschied in Niederwerrn mit dem Caritaskreuz in Gold ausgezeichnet.
Ab dem Jahr 2000 arbeitete sie für drei Jahre in Falkenberg als Krankenschwester. Damit beendete sie ihren beruflichen Dienst. 

Die letzten Jahre verbrachte sie im Mutterhaus. Zunächst half sie in der Wäscherei und an der Pforte mit. Sie begleitete unser Café Frederick und hielt bis zu ihrem Sterben Kontakt zu den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. Schw. Agatha lebte im Konvent Betanien der zeitweise auch Formationskonvent war.

Im Juni 2016 musste sie altersbedingt in den Pflegebereich umziehen, da sich immer mehr körperliche Beschwerden einstellten. Schw. Agatha blieb bis zuletzt interessiert, informiert und es war ihr wichtig, am gemeinsamen Leben teilzunehmen. Schw. Goretti danke ich, dass sie Schw. Agatha in der letzten Zeit zu den Gebets- und Essenszeiten mitgenommen hat. Schw. Agatha nahm, wenn sie irgendwie konnte, am Treffen ihrer Gruppe Fiat teil.

Schw. Agatha war eine große Rosenkranzbeterin. Man konnte ihr Gebetsanliegen anvertrauen, die sie gerne in ihr Beten hineinnahm.

Bei der morgendlichen Pflege am Montag, dem 25. Januar 2021, erlitt Schw. Agatha einen Schlaganfall und wurde in der Neurologischen Uniklinik behandelt. Durch die bereits vorhandenen Grunderkrankungen führte dieser Schlaganfall zum Tod. Schw. Hildegard und ich konnten - Gott sei Dank - die letzten Stunden bei ihr sein und sie begleiten.

Schw. Agatha, die ihr Leben hingegeben hat für die Pflege, Betreuung und Weiterbildung von Menschen, darf nun von ihrem Lebenswerk ausruhen. Wir wissen sie durch Jesus Christus erlöst und im Herzen unseres barmherzigen Vaters im Himmel geborgen.

Am Montag, dem 1. Februar 2021, um 12.45 Uhr geleiten wir unsere Schw. Agatha auf dem Hauptfriedhof zu Grabe. Das Requiem feiern wir infolge der Corona-Pandemie im Kreis der Schwestern.

Würzburg, den 28. Januar 2021
Für die Kongregation der Ritaschwestern
Schwester Rita-Maria Käß OSA, Generaloberin

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